Rezension INFANTEN

Danke Rodeo München! Wir hatten einen tollen Auftritt mit genialem Zwischenfall: Genau zum richtigen Zeitpunkt im Stück, am Anfang einer längeren Stille, in der die beiden Darsteller eigentlich nicht so viel tun außer ein bisschen am Boden zu knibbeln und zu lecken und ab und zu zum Publikum zu schauen, guckten plötzlich – für alle sichtbar – drei neugierige Kinder durch die mittige Hintertür auf die Bühne. Hilde und Dwayne, die „Infanten“, integrierten den Moment wunderbar in ihr Spiel. Wer waren diese Kinder? Kann ich sie für die nächste Vorstellung buchen?

Die Süddeutsche schreibt in ihrer Festivalrezension zu INFANTEN:

„Und die Produktion, die ganz am Ende des Festivals nachgerade glücklich macht, ist das einzige Ganz-und-Gar-Gastspiel, das Sarah Israel sich gegönnt hat: In Jolika Sudermanns „Infanten“ haben sich die Performer Hilde Labadie und Dwayne Toemere bis in die winzigste Körperunwucht und Seelenkrümmung hinein in die Welt von Kleinkindern zurückbegeben, die mit dem ganzen Körper die ernsthafteste Welterforschung betreiben und mit den ersten zusammenhängenden Wackelschritten zu Superhelden für sich selber werden.

Es steckt viel Komik, aber auch eine enorme Lebensweisheit in dem Stück, das doch eigentlich nur aus Wanken, Greinen und brabbelnder Mundgymnastik besteht. Toll, wenn man sich so produktiv in etwas verbeißen kann. Die Münchner Szene kann daraus nur lernen – „Rodeo“ war ja von Beginn an als Lernfestival konzipiert.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.